Anna Kohlweis

NEXTCOMIC-Festival

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Anna Kohlweis

nextcomic.art
Illustration @ LINZ, OÖ Kulturquartier


1 OG // Gewölbesaal // 10-19 Uhr


 


Anna Kohlweis

Anna Kohlweis, geboren 1984 in Klagenfurt, lebt und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Malerei, Illustration, Songwriting, Lyrik, Video, Textilkunst, Prosa, Performance, und Musikproduktion. Mit drei Jahren klebt sie drei Stück Papier aneinander (Titel: „Staubsauger“), mit fünf schreibt sie ihr erstes, neunminütiges Gesangsstück („Wenn ich traurig bin, bin ich verloren“, BASF Audiokassette, Einzelstück).
Sie diplomiert in der Klasse für kontextuelle Malerei bei Ashley Hans Scheirl an der Akademie der bildenden Künste Wien und schreibt, produziert und performt seit 2006 Musik; zuerst als Paper Bird, seit 2012 als Squalloscope. Selbstermächtigung im Produktionsprozess ist Programm. Sie entwickelt begleitend zur Musik Artwork, Videos, Bühnenoutfits, Zines, und Songtextbücher, und begleitend zu narrativen grafischen Arbeiten Lyrik, textile Skulpturen und Kompositionen. Anna Kohlweis verschachtelt gerne Schachteln. Nah dran muss alles sein, politisch, warm, und direkt ins Gesicht hinein. Genres sind ihr zuwider, Schubladen zu dunkel, die Welt zu fürchterlich und das Hirn zu schnell um noch irgendwie mitzukommen, hoppla.
Anna Kohlweis hegt eine Affinität zu Reimen und Unterseebooten, abgründigen Vorstädten, Isolation, Intimität und industrieller Architektur und singt, schreibt, und zeichnet sich am Weg ins Mark und Bein gern um Kopf und Kragen.

www.annakohlweis.com

INSIDE FAMILIAR I-IV / MOTHERING MYSELF I-IV
(digitale Malerei, 2020)

Die parallel entstandenen Serien „Inside Familiar“ und „Mothering Myself“ (2020) nehmen auf zwei Ideen Bezug: Das Haus als Sinnbild für das Konstrukt Familie (wird doch Familie unter anderem als „Lebensgemeinschaft unter einem Dach“ definiert) und das Haus als Sinnbild des eigenen Innenlebens. Zweiteres zieht sich seit langem durch die Arbeit von Anna Kohlweis: der Mensch wird Haus, das Haus wird Mensch, Räume als Speicherorte für Idee, Erinnerung, Erkenntnis, Geheimnis.

Das Wort „Familie“ hat keine Verpflichtung, sich auf Blutsverwandtschaft, ja nichtmal auf mehr als eine Person zu beziehen. Besonders Isolation während instabilen Zeiten wirft doch eine Frage auf: Wie kann ich meine eigene Familie sein?

„Mothering onself“ kommt im Psychotherapiekontext immer wieder auf; der Ansatz zur Selbstheilung, indem man sich selbst mit so viel Geduld und Liebe behandelt, wie es ein guter Elternteil machen würde.
„Inside Familiar“ zeichnet in vier Teilen verschiedene Phasen der Beziehung zum Haus, zum Zuhause des eigenen Ichs auf. Aufgespalten, doppelbödig, explorativ, stabil auf wackligen Pfosten stehend, stets auf der Suche.
„Mothering Myself“ fragt sich, wieviele Versionen meiner selbst denn überhaupt in mir zu finden sind. Muss ich sie alle versorgen, füttern, betüdeln, bekuscheln, muss ich mit allen Versionen meiner selbst leben? Kann ich mich ab und zu aus meinem Mensch-Haus abseilen und abhauen? Oder komme ich gar nicht weit, weil mir drei Ichs zeternd an den Beinen hängen?