Andreas & Martin Egger // OÖ Kulturquartier // 2. OG

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Andreas & Martin Egger // OÖ Kulturquartier // 2. OG

Wann:
16. März 2019 um 10:00 – 19:00
2019-03-16T10:00:00+01:00
2019-03-16T19:00:00+01:00
Wo:
OÖ Kulturquartier
OK-Platz 1
4020 Linz
Andreas & Martin Egger // OÖ Kulturquartier // 2. OG @ OÖ Kulturquartier

Andreas & Martin Egger
Brückengalerie // OÖ Kulturquartier // 2. OG // OK-Platz 1, 4020 Linz
15. – 23. März 2019
Öffnungszeiten: 10 – 19 Uhr
Eintritt: frei


NC-Welcome: Do. 14. März, 20:50 Uhr


Egger Andreas/Egger Martin
NIDO

2013 // Plastik, diverse Materialien // ca. 200 x 100 x 80 cm

NIDO, der verkehrte ODIN, ist keine kriegerische Gottheit, kein Superheld. Hinter seinem martialischen Aussehen verbirgt sich ein ängstlicher Mensch, zugepanzert mit allen möglichen Schutzvorrichtungen zeigt er seine Verletzlichkeit.

Die Arbeit thematisiert einerseits das übertriebene Schutzbedürfnis der neoliberalen Gesellschaft, andererseits schützt der Krieger NIDO seine Verletzlichkeit, ist Repräsentant einer Gesellschaft, die mit Hypermoral und Korrektheit neue Opfer schafft, indem sie ihr Schwäche, Kränkung und Benachteiligung einredet.

Die plastische Figur stellt einen mit Schutzvorrichtungen (Protektoren, Helme, Tapes aus Sport, Militär und Arbeitswelt) „zugepanzerten“ Menschen dar, der durch seine Schutzhülle unsichtbar wird und nach außen zugleich Stärke und Verletzlichkeit zeigt. Durch die Verwendung von vorwiegend gebrauchten Knie- und Ellbogenschützern und deren teils deplatzierte, improvisierte Anordnung, soll dieses grundlegende Schutzbedürfnis ins Groteske geführt werden.

Betrachtet man die Auseinandersetzungen zwischen Staatsapparaten und ziviler Bevölkerung kann man auch hier eine Veränderung im Sinne einer Aufrüstung der zivilen Gesellschaft mit Schutzmechanismen beobachten.

Das Argument der Sicherheit wird von der Politik gerne als Vorwand herangezogen, um Menschen unter Kontrolle zu halten, sich Macht zu sichern und auszuüben. Im Glauben, sich mit Vorschriften und Gesetzen beschützt zu wissen, wird Freiheit und Privatsphäre geopfert. Man toleriert die eigene Überwachung im vermeintlichen Glauben damit sicherer zu leben. Gerade in reichen Industrieländern findet man ein ausgeprägtes Schutz- und Sicherheitsbedürfnis: Die Angst, etwas zu verlieren oder die Furcht, einen gewohnten Lebensstandard entbehren oder gar teilen zu müssen, charakterisiert mitunter unsere neoliberale Gesellschaft. So verteidigt NIDO sein Revier vor Eindringlingen. Als Schutz- und Kampfsymbol wird er selbst Objekt mit Protektoren, mit denen er schon längst verwachsen ist.


Andreas Egger (*1967, Linz OÖ) und Martin Egger (*1965, Linz OÖ) sind als Bildende Künstler und Medienkünstler, Herausgeber von Publikationen, Autoren sowie Kunstvermittler tätig.

NC-Welcome: 14.03.2019 20:50